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Minimalismus – Kann das weg?

November 5, 2014 von Corinna - 4 Kommentare

Nicht erst seid gestern denke ich scharf über das Thema Minimalismus nach.

 

Wer letzten Donnerstag Stern TV geschaut hat, konnte dort Feli von Travelicia und Markus sehen. Diese sind auch Mitinitatoren der DNX. Sie haben keinen festen Wohnsitz mehr und Ihr Hab und Gut passt bequem in 4 Ikea Taschen. Zusätzlich hat jeder von ihnen eine Erinnerungsbox mit wichtigen Papieren und Bildern aus der Vergangenheit.

Das ist wohl Minimalismus in seiner reinsten Form. Doch muss es wirklich so extrem sein? Ist man direkt freier, wenn man sich von seinem kompletten Besitz trennt? Ich denke, dass diese Art des Minimalismus schon eine Extreme ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich alles aufgeben will.

Doch durch meine Neuseelandreise, während der ich 10 Monate aus dem Koffer gelebt habe und auch jetzt, im Zirkus, bei dem ich auf 4 m² lebe, merke ich immer wieder: Viel brauche ich nicht, aber so ein wenig „Schnickschnack“ bringt mich auch nicht um!

Als ich in NZ gereist bin, hatte ich mehr Kosmetik dabei, als ich benötigt hätte. Das habe ich nun reduziert, in dem Wissen, dass ich immer irgendwo etwas nachkaufen kann. Ohne kann ich aber trotzdem nicht. Jetzt wollte Ich nur praktische Dinge mitnehmen. 3 Monate in dem Abteil sitze ich schließlich auf einer Arschbacke ab – dachte ich. Mittlerweile habe ich mir zwei Kissen dazu gekauft. Mehr aus Dekozwecken, als der Gemütlichkeit wegen. Obwohl ich sowohl ein Deckenlicht, als auch ein Leselicht hatte, habe ich mir noch eine kleine Lampe dazu gekauft. Sie erzeugt weicheres Licht und damit ist es Gemütlicher. Wirklich gebraucht hätte ich die Dinge nun nicht. Sie tragen aber dazu bei, dass ich mich wohler fühle. Bin ich deshalb kein Minimalist mehr?

Ich habe hier genau zwei Teller. Einen tiefen (der meist als Obstschale dient) und einen normalen. Eine kleine Schüssel habe ich und genau ein Set Besteck. Eine Gabel, ein Messer, einen großen und einen kleinen Löffel. Dazu eine Tasse und einen Plastikbecher, der auch nur als Stifthalter dient. Das spart echt unheimlich viel Platz und Nerven. Ich wasche direkt nach dem Essen ab (meistens zumindest), sonst habe ich eben keinen Teller und kein Besteck. Das empfinde ich als sehr befreiend. Ich habe also jetzt beschlossen, mein ganzes Geschirr wegzugeben, bis auf 4 Teller, einen Satz Besteck (bzw. 4 Sätze), 4 Gläser und vielleicht 4 Tassen. Mehr braucht man nicht und ich habe nicht so viel zu spülen. Außerdem freut sich die OT meiner Mutter über die Spende.

Langfristig gesehen, werde ich wohl sehr viel verschenken, weg werfen oder, wenn es geht, verkaufen.

Mein erster Gedanke, als ich nach 10 Monaten, zurück in meine Wohnung kam, war: „Ach Du Scheiße, habe ich viel Zeug!“ Ich war regelrecht erschlagen von den Massen an Besitztümern, die sich über die Jahre so zusammengesammelt haben. Das Schlimmste daran war: Ich habe noch mehr mitgebracht. Schließlich brauchte ich Dinge, die mich ewig an meine Zeit in Neuseeland erinnern. Nicht, dass Bilder und kleine Videos da nicht ausreichend wären. Nein, ich brauchte Deko!

Verstehe mich nicht falsch. Ich liebe die Maske, die nun in meinem Flur hängt und sie gehört auch nicht zu den Dingen, die ich aufgeben werde, aber es war das letzte große Souvenier das ich mitgebracht habe. Da meine Sammelleidenschaft aber trotzdem befriedigt werden will, beschränke ich mich nun auf einen kleinen Magneten aus dem Ort wo ich war, oder aus dem Land meinetwegen.

Conni von Planet Backpack ist ja auch bekennende Minimalistin. Bei ihr fragen die Freunde schon nach, wann sie sich denn mal häuslich einrichten will. Im Gegensatz zu mir steht sie aber auf leere, weiße Wände. Ein wenig mehr benötige ich schon. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die den Minimalismus leben, möchte ich meine Wohnung gerne noch behalten und sie soll dann auch wohnlich sein. Weiße Wände sind nichts für mich. Trotzdem ist noch jede Menge Raum um Dinge los zu werden.

Du siehst. Noch tobt der Kampf in mir. Ich empfinde Minimalismus als eine gute Sache, kann mich aber noch nicht recht dazu entschließen, wirklich von allem loszulassen. Doch ist man kein richtiger Minimalist, wenn man an verschiedenen Dingen festhält? Muss man wirklich alles aus seinem Leben verbannen?

Ich denke nicht. Ich denke, es ist wie mit vielem im Leben. Mach deine eigenen Regeln! Wie ich auch schon in meinem letzten Artikel geschrieben habe. Minimalismus ist, was Du daraus machst. Wenn Du vorher in einem Palast gewohnt hast und dich dann auf eine 2 Zimmer Eigentumswohnung beschränkst, ist das auch eine Art von Minimalismus.

Fazit: Ich könnte niemals aus 4 Ikea Tüten leben, dass wäre mir dann doch zu wenig. Trotzdem, werde ich mein Hab & Gut drastisch reduzieren.

Wenn Dich das Thema interessiert, dann schau doch mal in Jo’s workntravel.info. Dort hat sie über ihre Erfahrungen damit geschrieben.

Wie sieht es bei Dir aus? Könntest du als Minimalist durch die Welt reisen, oder kannst Du Dich nicht von Dingen trennen?