Titelbild Vogesen Laser Biathlon

Schneehase statt Sonnenanbeter – Abenteuer in den Vogesen

Februar 5, 2016 von Corinna - 8 Kommentare

Eigentlich bin ich ja ein Sonnenanbeter. Ich liebe die Sonne, Strand und Meer. Das heißt aber nicht, dass ich nicht gerne mal was Neues ausprobiere. Also hieß es letztes Wochenende: Ab in den Schnee! Auf in die Vogesen!

Ich kann Dir sagen. Da habe ich was erlebt. Bei Frankreich habe ich bisher immer nur an richtig gutes Essen und den Eiffelturm gedacht. Gutes Essen hatte ich auch. Reichlich davon. Um ehrlich zu sein, habe ich an einem Wochenende noch nie so viel gutes Essen auf einmal gehabt. Wer mir auf Instagram folgt, hätte meinen können, ich bin plötzlich unter die Foodblogger gegangen. Keine Sorge! Ich bleibe den Städten, Dörfern, Ländern und Erlebnissen dieser Welt erhalten, aber zu einer richtig guten Reise, gehört halt auch richtig gutes Essen! Findest Du nicht?

So viel gutes Essen! Für #foodies lohnt sich #Frankreich immer! Ich rolle nach Hause! #massifdesvosges

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Aber da Essen auch nicht alles ist (obwohl böse Zungen über mich ja anderes sagen würden), habe ich mich auch über die vielen Aktivitäten gefreut. Was man in den Vogesen so alles machen kann, das erzähle ich Dir jetzt.

Laser-Biathlon am Ballon d’Alsace

Ich stand noch nie auf Skiern und dann gleich ein Biathlon. Erster Gedanke: Ich werde mir bestimmt was brechen! Nachdem ich dann erst Mal Probleme hatte, überhaupt den Schuh mit dem Ski zu verbinden, musste ich auch noch einen Hügel runter. Ich dachte ja immer, dass man beim Langlauf auf schönen geraden Strecken fährt. Pustekuchen.

Zum Glück, hat der Skilehrer sich meiner erbarmt und hat mir herunter geholfen. Während ich mich an den Skistock gekrallt habe, hat er dafür gesorgt, dass ich heil unten ankomme. Als es dann den Berg (Hügel… Na gut… Hügelchen) runter ging, habe ich auch einen Freudenjauchzer los gelassen, denn das hat wirklich Spaß gemacht.

Laser Biathlon

das erste Mal auf Skiern – Babysteps sind angesagt! | Fotocredit: Fabienne Fessler

Einmal unten angekommen, kamen die anderen hinterher und während ich da so rumstehe, in ihre Richtung schaue und filmen will… schmeißt es mich. Sprichwörtlich aus dem Stand. Das kam unerwartet.

Hoch zu kommen, war dann auch unerwartet schwer. Ich musste erst mal von meinen Skiern befreit werden, bis ich überhaupt hoch gekommen bin.

Im schießen habe ich dann 2 von 5 Zielen getroffen. Das ist 2x besser, als ich erwartet habe und ich hätte tatsächlich Luftsprünge gemacht, aber das war dann noch ein wenig rutschig.

Alles in allem, kann ich wirklich sagen, dass es eine lustige Erfahrung war und wirklich unerwartet großen Spaß gemacht hat, den ich nur empfehlen kann.

 

Wiidoo Gliss – Winter-Freizeitpark

Der erste Blick über die Anlage war ein wenig ernüchternd. Überall kleine Kinder. Ich hätte mir das wohl nicht als Aktivität ausgesucht, wenn ich den Plan alleine gemacht hätte – und ich hätte es wohl bereut, denn wer mich kennt weiß: Ich bin eigentlich selber nur ein großes Kind. Es machte also nichts, dass ich mich zwischen winzigen und größeren Knirpsen bewegt habe.

Als ich mich in den Reifen geschwungen habe, um den Berg hinunterzurutschen, hat man den Unterschied sowieso nur daran bemerkt, dass ich größer war, als die anderen. Ich habe nämlich genauso vor Freude gequietscht, wie die Kleinen. Neben den Reifen, könnte man sich auf Schlitten oder Skier schwingen.

Im Großen und Ganzen hat es wirklich Spaß gemacht, aber ich würde die Anlage trotzdem eher für Familien, als für Alleinreisende empfehlen. Die Anlage ist ganz klar auf Familien mit Kindern ausgelegt.

 

Fantasticable – Tyrolienne Seilrutsche

Das war wohl die Sache im Programm, auf die ich mich am meisten gefreut und die ich am meisten gefürchtet habe. Du kennst mich da wahrscheinlich schon. Ich bin einfach ein Schisshase. Ich brauchte 8 Monate, bis ich mich dazu entschlossen habe, den Skydive zu machen und jetzt sollte ich mich in 2 Wochen dazu entscheiden, diese wahnsinnig schnelle Seilrutsche, nur an zwei Karabinern befestigt, runterzurutschen.

Mein Entschluss stand aber fest. Ich ziehe das durch.

Und dann ging es mir den ganzen Tag schlecht. Ich hatte zu wenig geschlafen (ganz schlecht bei mir!), ich saß im Bus und bin Serpentinen gefahren (auch nicht toll) und zwischendrin musste ich sogar darum bitten anzuhalten, weil ich kurz davor war, mein nicht verspeistes Frühstück rückwärts zu essen.

Trotzdem schwang ich mich todesmutig in die Vorrichtung, die später am Seil befestigt wird und ich bin sogar hoch gefahren. Ich habe mir angeschaut wie einer nach dem anderen fest gemacht und runter geschubst wurde… und dann war ich an der Reihe.

Obwohl ich es mir so fest vorgenommen habe, schossen mir Tränen in die Augen. Das es immer stärker regnete und der Wind die Bäume bewegt hat, hat die Sache nicht besser gemacht. Also habe ich gesagt, was mein Körper mir schon den ganzen Tag sagen wollte: „Heute ist nicht der Tag der Tage, an denen ich mich hier runterstürzen kann!“

Ein bisschen beschämt über mich selber, habe ich dann das nächste Auto nach unten genommen. Während der Besitzer mir noch sagte, wie mutig er mich findet und ich erst dachte, er wolle mich veräppeln sagte er: „Es gehört schon einiges dazu, Nein zu sagen, wenn die ganze Gruppe es macht.“

Na gut, dachte ich, da hat er ja schon ein bisschen recht. Ich habe es auch nicht wirklich bereut es nicht gemacht zu haben, auch wenn ich im Anschluss sicher super stolz gewesen wäre (und klatschnass). Das einzige, dass mich ein wenig tröstet ist, dass dieser Spaß wirklich kein teurer ist. Für gerade mal 29€ kann man in den Seilen hängen. Deshalb sage ich mir: Ich komme definitiv irgendwann wieder! Bei gutem Wetter und ausgeschlafen!

Übrigens gehört Ziplining zu den Funsportarten, die kein Gewichtslimit haben. Zwar sagt man, dass es ein Limit von 140kg gibt, aber sowohl das Seil, als auch die Karabiner können sehr viel mehr aushalten. Es ist also ein Spaß, den sich jede Gewichtsklasse erlauben kann. Dazu noch so günstig… Was will man mehr?

 

Weinverkostung mit Schokolade

Nicht ganz so viel Action, aber definitiv etwas, dass man in Frankreich wenigstens einmal machen muss. Die Weinverkostung wird normalerweise mit Käse gemacht, aber im Weingut Freyburger bekommt man Schoki dazu. Und was für welche. Auf jeden Wein abgestimmt, bringt sie wirklich nochmal andere Noten des edlen Tropfens zum Vorschein.

 

Museum Unterlinden in Colmar

Museum Unterlinden Colmar

Ein altes Kloster wurde im Museum Unterlinden integriert.

Wer es ruhiger mag, dem kann ich das Museum Unterlinden empfehlen. Erst im Januar wurde es, vom französischen Präsidenten Hollande, wiedereröffnet. Der weltbekannte Isenheimer Altar ist das Highlight des Museums. Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht wusste, was dieser Isenheimer Altar denn nun ist, doch das hatte auch etwas Gutes. So bin ich ohne Erwartungen und vollkommen ohne Vorstellung hinein gegangen und war wirklich überrascht.

Ich hatte einen einfachen Altar erwartet, doch stattdessen sah ich verschiedene Bilder, mit unterschiedlichen Bedeutungen. Alle diese Bilder, waren früher am Grundaltar angebracht und man konnte sie aufklappen. So konnte man für jede beliebige Situation, das richtige Werk für die Gläubigen aufklappen.

Teilstück Isenheimer Altar

Nur ein kleiner Teil des Isenheimer Altars, aber der für mich Schönste.

Hotels

Wir waren in zwei ganz unterschiedlichen Hotels zu Gast.

In Belfort durften wir im Quality Hotel übernachten. Von außen eher Betonschick, dafür von innen wirklich Klasse. Das Bett war bequem und mir hat die Einrichtung auch wirklich gut gefallen.

Dafür das es mit einem Spa wirbt, war ich allerdings ein wenig enttäuscht. Ja, es werden Behandlungen angeboten und Ja, es gibt auch zwei Saunen und einen Ruheraum, aber ich fand es leider nicht wirklich ansprechend. Die Dusche auf meinem Zimmer, fand ich da wesentlich schöner und die habe ich dann auch ausgiebig genutzt und genossen.

In Kaysersberg haben wir hingegen in einem sehr einfachen, aber gemütlichen Hotel übernachtet. Es hatte keinen Schnick oder Schnack, dafür war das Hôtel les Remparts sehr zentral gelegen und hatte auch das wesentlich bessere Frühstück. Die Dusche ist allerdings nichts für Weicheier. Während in anderen Hotels der Wasserdruck quasi nicht vorhanden ist, ist hier richtig Wumms dahinter. Ich fands super. Meine Muskeln hatten eine Massage nötig!

In beiden Hotels habe ich mich wohl gefühlt. Letztenendes brauche ich eigentlich nur ein Bett um glücklich zu sein.

 

Essen

Ich hatte es ja schon angedeutet. Essen ist in Frankreich wahnsinnig wichtig und oft auch wahnsinnig gut. Ich kann jedes Restaurant in dem wir waren nur wärmstens empfehlen.

Unglaublich familiär und gemütlich fand ich es im Pot au feu in Belfort. Hier sitzt man wirklich gemütlich.

Im Chalet Hôtel Le Collet fühlt man sich wie in einer großen Skihütte und sitzt auch hier sehr gemütlich.

Das La Vieille Forge war wohl mein Favorit. Obwohl ich es von der Einrichtung her nicht so super gemütlich fand, da es eher stilvoll denn gemütlich eingerichtet ist (was nicht heißt, das man unbequem sitzt), war ich vom Essen sehr begeistert. Gerade die Vorspeise Weinbergschnecken an Knoblauchschaum, fand ich grandios. (Ja ich finde sie lecker. Nein sie sind nicht schleimig!)

Unser letztes Mahl in Frankreich hatten wir dann im Restaurant Meistermann, in dem ich das Entrecôte nur wärmstens empfehlen kann. Unglaublich lecker.

Obwohl ich an diesem Wochenende nicht einmal ein Hungergefühl verspürt habe, trauere ich ein paar Tage später diesem wahnsinnig guten Essen ein wenig hinterher!

Am Ende kann ich sagen: Das Gebiet, rund um die Vogesen, hat mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen. Schon alleine weil ich noch eine Rechnung mit der Seilrutsche habe!!!

 

Übrigens

Unterwegs war ich mit einer Gruppe von Bloggern. Ihre Berichte werde ich (sobald sie erscheinen) hierunter verlinken.

Blogger in Colmar

Die Bloggertruppe in Colmar | Fotocredit: Fabienne Fessler

Mit dabei waren:

Snoopsmaus

Reiseblögle, mit dem es wieder sehr viel Spaß gemacht hat – genau wie im Europa Park!

Hoomygumb, der wahnsinnig coole Bilder mit seiner 360° Kamera geschossen und gefilmt hat und

Ausreißerin, die heldenhaft Schnecken probiert hat.

Warst Du schon mal in der Gegend? Was hast Du für Tipps, um Dir die Zeit zu vertreiben?

Diese Reise hat mich nichts gekostet, denn ich bin einer Einladung von atout france gefolgt. Ich schreibe trotzdem immer meine ehrliche Sichtweise.