Weihnachten im Sommer

Weihnachten im Sommer ist blöd

Dezember 11, 2015 von Corinna - 4 Kommentare

Weihnachten naht und draußen gleichen sich auch endlich mal die Temperaturen an. Jedes Jahr um diese Zeit, denke ich ein wenig zurück.

Zurück in das Jahr, in dem ich Weihnachten im Sommer „gefeiert“ habe und dann denke ich: „Boah ist das schön, dass ich dieses Jahr hier bin!“

Warum? Weil Weihnachten im Sommer doof ist. Ich dachte immer, dass es sicher ganz toll sein muss, wenn man sich mit einem Cocktail an den Strand hauen kann, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Irgendwie hatte ich das Ganze nicht richtig durchdacht.

Doch von vorne

Was war überhaupt los? Weihnachten im Sommer? Komische Idee! Wo gibt es denn sowas? Auf der Südhalbkugel dieser Welt. In meinem Fall Neuseeland. (Wie könnte es auch anders sein!)

Ich befand mich gerade in Franz Josef. Einem kleinen Ort an der Westküste der Südinsel. Hier habe ich gearbeitet und ich fand es toll. Es war warm. Ich konnte im T-Shirt vor die Tür und in Flip Flops einkaufen gehen. Dann ist es passiert. Mitten im Hochsommer stehe ich vor der Gemüseauswahl und es schallt „I’m dreaming of a white Christmas“ aus den Lautsprechern. Einfach alles daran war falsch.

Weihnachtsbaum Weihnachten im Sommer

Der Kiwi-Weihnachtsbaum

Ich habe mich gefühlt, als würde man im Juli in Deutschland schon anfangen Weihnachtslieder zu spielen und Adventskalender zu verkaufen. (Nein, das geht noch nicht im Juli los. Erst im September! SPÄTsommer!) Und jetzt mal ehrlich… „I’m dreaming of a white Christmas“?! Geht’s noch? Wenn es in Neuseeland zu Weihnachten schneit, dann würde ich sagen, dass uns mal wieder ein fetter Meteorit getroffen hat und es uns so ergeht, wie den Dinosauriern damals.

Das Kuriose an dieser Situation war ja irgendwie, dass sich keiner darüber gewundert hat. Nur ich stand da und hab wie ein Auto geschaut. Als ich dann, etwas später, zur Arbeit gegangen bin und durch die Hotellobby laufe, schaue ich nach links und da steht ein großer Weihnachtsbaum in der Lobby – inklusive Plüschkiwi auf der Spitze. 30 Grad draußen und hier stehen Weihnachtsbäume rum. What? Na gut… Ein Christbaum gehört halt zu Weihnachten dazu – auch im Sommer. Trotzdem fühlte es sich an, wie ein Fremdkörper!

Überhaupt will bei Weihnachten im Sommer, keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen

Mein persönlicher Höhepunkt der Kuriositäten war dann, als ich noch mal einkaufen war und plötzlich alle Verkäuferinnen Nikolausmützen auf hatten. Ja ne… is klar. Mein Deo versagt gerade, weil es so warm ist und ihr tragt Mützen.

Trotzdem wollten wir uns unsere Weihnachtsstimmung nicht verderben lassen. Meine Freundin und ich hatten uns fest vorgenommen, an Heiligabend zusammen zu kochen und dann eine Bescherung zu machen. Die Kiwis halten es nämlich wie die Amis. Bescherung gibt es am Weihnachtsmorgen. Nicht mit uns!

Gesagt, getan. An Heiligabend (und auch an beiden Weihnachtstagen) habe ich allerdings gearbeitet, so wie auch meine Freundin. Am Abend wollten wir uns dann bei mir treffen, um dann zusammen zu ihr zu gehen und dort zu kochen. Warum erst zu mir? Sie hat gegenüber gearbeitet. Sehr praktisch. Warum wir dann nicht bei mir kochen? Weil ich keinen Herd hatte. Meine Mitbewohnerin und ich waren stolze Besitzer einer Mikrowelle und eines Toasters. Yeah… nicht. Eigentlich gehörte uns die Mikrowelle nicht mal. Wir haben sie geliehen bekommen – aus Mitleid. (Wenigstens weiß ich jetzt, wie man Mikrowellenomlett und Tassenkuchen macht! Das Glas ist immer halb voll!)

Schnee Gletscher Weihnachten im Sommer

Schnee gab es nur auf dem Gletscher – immerhin.

Zurück zur Story.

Abends kam meine Freundin bei mir an. Wir haben uns beide, nach einem harten Tag, auf die Couch geschmissen. Wir haben uns angeschaut und keiner hatte so wirklich Lust irgendwas zu machen. Es war zu warm. Wir waren zu müde und überhaupt… Bei so einem Wetter kommt einfach keine Weihnachtsstimmung auf. Hatte ich ja schon gesagt… Ein frustrierendes Gefühl.

Wir haben Geschenke ausgetauscht und sind beide früh ins Bett gegangen. Am Weihnachtsmorgen gab es dann aber doch ein Geschenk für mich! Ich habe es wie E.T. gemacht und nach Hause telefoniert (oder besser geskyped). Meine Mama, ihr Freund und meine Oma haben sich um einen kleinen Laptop versammelt und mir frohe Weihnachten gewünscht. Im Hintergrund habe ich den Weihnachtsbaum gesehen und das war dann einer der wenigen Momente, in denen ich wirkliches Heimweh hatte.

Das ist es doch was Weihnachten ausmacht

Die Familie. Ohne die, machen die Feiertage nur halb soviel Spaß oder, wie in meinem Fall, gar nicht. Meine Zeit in Neuseeland war definitiv eine der intensivsten und schönsten Zeiten in meinem Leben, aber dieses Weihnachten war ein Trauriges.

Kein Baum wurde von mir geschmückt (meine persönliche Tradition! Wehe es macht jemand auch nur einen Lamettafaden an meinen Baum!). Keine Familie war da, um mit mir zu feiern und das Wetter passte auch nicht.

Diese ganzen Dinge haben mich zu einer Erkenntnis gebracht: Weihnachten werde ich von jetzt an zu Hause verbringen. Egal wie viel ich reise, Weihnachten im Sommer kommt mir nicht mehr in die Tüte!

Hast Du schon Ähnliches erlebt oder siehst Du es vielleicht sogar ganz anders und flüchtest Dich im Winter in den Süden? Erzähle mir davon in den Kommentaren.

Dieser Artikel war mein ganz persönlicher Beitrag zum Reiseblogger-Adventskalender, den Janett von Teilzeitreisender ins Leben gerufen hat. Jeden Tag, bis Heiligabend, erscheint ein Artikel von einem anderen Reiseblogger und da sind mit Sicherheit ein paar Perlen dabei. Schau also jeden Tag mal vorbei!