Ich weiß ja nicht, wie es Dir geht, aber wenn ich am Meer bin, dann macht meine Seele einen tiefen, zufriedenen Seufzer und wenn die Sonne strahlt, dann geht mein Herz auf, wie eine Blüte, sobald die Sonnenstrahlen auf meine Haut treffen.

Kein Wunder also, dass ich nicht lange überlegt habe, als Algarve Tourismus mich unter dem Motto „Geschichten die das Meer erzählt“ eingeladen hat. Obwohl das Programm gleich zweimal sagte, dass ich auf ein Boot muss. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass Schiffe und ich eine lange Vorgeschichte haben. Schon seit meiner Kindheit kann ich nicht auf eines gehen, ohne vorher eine Tablette gegen Reiseübelkeit zu nehmen.

Das ist wahrscheinlich mehr Kopfsache als alles andere. Nichts desto trotz bin ich nicht ohne ein Päckchen mit eben diesen Tabletten aufgebrochen.

Heute möchte ich Dir von beiden Boots-Touren an der Algarve erzählen. Beide sehr unterschiedlich und trotzdem waren beide unfassbar schön. Jede auf Ihre Weise.

Mit dem Speedboat die Algarve-Küste entlang

In Albufeira ging es zu Algar Experience. Sie sind die Veranstalter von verschiedenen Touren und für uns sollte es die Delfine & Höhlen Tour sein. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Unser Boot war ein Speedboat.

Das hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass ich innerlich ruhiger werde, aber was solls. Komfortzone ist langweilig! Unsere beiden Tourguides geben uns eine kurze Einweisung. Da wir alle schwimmen können, muss die Schwimmweste nicht unbedingt angezogen werden. Das finde ich gut. So kann ich die Sonne wirklich genießen.

Vorbei ging es an den verschiedensten kleinen Höhlen und Felsformationen an der Algarve-Küste. Die verschiedenen Formen finde ich dabei immer wieder faszinierend. Irgendwie ist es wie bei Wolken. Wenn man sich die Felsen lange genug anschaut, dann findet man die ulkigsten Formen darin. Einer war zum Beispiel geformt wie ein Dinosaurier. In einem anderen habe ich eindeutig ein Gesicht ausgemacht.

Gesicht Felsen Algarve

Wer erkennt noch ein Gesicht in dem Fels?

Was ich wirklich spannend fand war, dass man hier ähnliche Felsen findet, wie in Punakaiki in Neuseeland. Dort werden sie Pancake Rocks genannt. Die verschiedenen Gesteinsformen werden unterschiedlich vom Wasser abgetragen. Sandstein natürlich zuerst und so sorgt die Erosion dafür, dass die Felsen geschichtet ausschauen. Ähnlich wie Pfannkuchen eben. Anders als in Punakaiki sieht man hier aber auch viel grünes Gestein dazwischen, was das Ganze gleich anders ausschauen lässt. Um das Ganze aber noch zu toppen, sind die „Pfannkuchen“ hier seitwärts gestapelt. Echt cool.

Algarve Küste Pancake Rocks

Wie die Pancake Rocks in Neuseeland – nur seitlich geschichtet

Vorbei ging es unter anderem an Leuchttürmen und Stränden, die nur vom Meer aus zu erreichen sind. Hier veranstaltet Algar Experience auch Touren hin – BBQ-Touren. Da siehst Du nicht nur die coolen Felsformationen und Höhlen, sondern machst auch noch einen Zwischenstopp an einem dieser kleinen Strände und bekommst frisches Seafood direkt vom Grill serviert.

Algarve Küste Strand Höhle

Ein versteckter Strand

Algarve Küste Strand

An solchen Stränden, werden häufig BBQs veranstaltet.

Algarve Küste Triumphbogen

Sieht aus wie ein Triumphbogen, oder?

Algarve Küste

Wunderschöne kleine Grotten, sieht man auch.

Leuchtturm Algarve Küste

Ein Leuchtturm lugt hervor

Für uns ging es allerdings nicht an den Strand, was ich eigentlich nicht schlimm fand. Das einzige Mal, dass ich gerne kurz vom Boot gestiegen wäre war, als wir an der Algar de Benagil waren. Eine Höhle, die direkt neben dem Benagil Strand, welcher ganz normal, von der Straße aus, zugänglich ist. Doch obwohl der Strand so einfach zu erreichen ist, ist es die Höhle nicht. Man hat hier zwei Möglichkeiten. Entweder man kommt, wie wir, mit dem Boot an oder man schwimmt vom Strand aus hin. Das würde ich aber nur guten Schwimmern empfehlen. Auch wenn es vielleicht nicht weit scheint, ist es doch ein ganz schönes Stück um den Felsen herum.

Innen wird man dann aber wirklich belohnt. Denn die Höhle hat nicht nur einen eigenen, kleinen Strand, sondern ist vor allem dafür bekannt, dass in der Höhlendecke ein riesiges Loch klafft, durch das die Sonne scheint.

Das macht sie natürlich zu etwas Besonderem und zu einem kleinen Hot Spot der Algarve. Hier wäre ich wirklich gerne mal ausgestiegen und hätte mir alles genauer angeschaut, doch auch aus der Entfernung sah es schon toll aus. Vor allem, dass wirklich alle Menschen dort, auf dem Fleckchen Sonne standen und nach oben geschaut haben.

Algar de Benagil Algarve

Algar de Benagil

Für uns ging es aber bald weiter. Nachdem wir auch unser erstes Hotel, das Tivoli Carvoeiro,  vom Meer aus bestaunt haben, bretterten wir los. Es ging aufs Meer hinaus und das richtig schnell. Vor uns nur der Horizont und im Gesicht der Wind und ein wenig Gischt. Für mich hat es sich gar nicht angefühlt, als sei ich auf einem Speedboat. Eher in einem echt schnellen Auto auf einer manchmal echt holprigen Straße. Eine Welle fühlt sich manchmal an wie ein Schlagloch – und wie ein Schlag in den Magen. Machte aber nichts, denn ich fand es überraschend lustig und am Ende war ich sogar fast traurig, dass wir nicht mehr so schnell gefahren sind. Ja, ich gebe es zu. Mir ist auch mal ein WOHOOOO rausgerutscht. Es war einfach echt lustig so über das Meer zu brettern.

Der Grund für unsere Raserei war die Durchsage, dass Delfine gesichtet wurden. Zu diesem Spot wollten wir natürlich so schnell wie möglich. Leider waren wir wohl einen Tacken zu spät, denn wir haben keine mehr gesehen.

Da ich im Mai an der Algarve war, gab es leider noch keine Garantie auch wirklich Delfine zu sehen. Von Juni bis September allerdings, gibt die Firma tatsächlich eine Garantie darauf auch wirklich die Tiere zu sehen. Sollte es bei der ersten Tour nicht klappen, dann sicher bei einer anderen.

Wenn Du Glück hast, kannst Du bei Deiner Tour auch noch andere tierische Bewohner sehen. An der Algarve leben in Küstennähe vor allem verschiedene Vogelarten und im Meer lebt natürlich auch noch einiges.

Wenn Du aber gerne Vögel beobachtest, dann ist die zweite Tour etwas für Dich.

Mit dem Boot durch Ria Formosa – den Nationalpark der Algarve

Der Nationalpark Ria Formosa hatte für mich etwas von einem Abenteuerspielplatz. Abgesehen davon, dass ich die Bootsfahrt genossen habe (Wer hätte gedacht, dass ich sowas mal sagen werde…), gibt es hier einfach jede Menge zu entdecken!

Stell Dir bitte keinen tatsächlichen Park vor. Es ist eine Lagunenlandschaft und zwar eine wunderschöne, mit vielen kleinen Inseln, die dazugehören und bei Ebbe kann man mit dem Boot wunderbar die entstandenen Kanäle lang fahren.

Nationalpark Ria Formosa

Leider hatten wir schlechtes Wetter…

Besonders beliebt ist der Park bei Vogelkundlern, denn hier gibt es richtig viele verschiedene Arten. Mir haben es ja die Stelzenläufer angetan. Die sind einfach lustig auf ihren langen Beinen, wie sie so durch die Gegend laufen. Leider bin ich in der Tierfotografie eine Niete und hatte gleich mal die falsche Linse drauf, so das ich nicht nah genug heranzoomen konnte.

Der Nationalpark ist so groß, dass viele kleine Inseln zu ihm gehören. Hier findet also jeder einen Ort, an dem er sich wohlfühlt.

Wir haben an dem Tag ein kleine Insel-Hopping Tour gemacht.

Unser erster Halt war Armona. Die kleine Insel ist vor allem ein Ferienort für viele Einheimische. Sie kommen am Wochenende oder in ihrem Urlaub hierher. Ich fand es spannend, die Straße ein wenig hinauf zu gehen, weil wirklich jedes Haus in einem anderen Stil gebaut wurde. Es gab sogar Häuser, die irgendwie griechisch aussahen.

Griechisches Haus Portugal

Das Haus kommt mir irgendwie griechisch vor…

Portugal Algarve Haus

 

Mein absolutes Highlight der Tour war aber die Insel Culatra. Schon bei der Ankunft merkt man, dass es sich nicht um einen touristischen Ort handelt. Es ist ein Fischerdorf und das sieht man auch. Überall liegen Netze und Fallen herum und direkt am Steg wurden wir quasi von einem Fischer begrüßt. Nicht wirklich… Er stand einfach dort und tat das, was er am besten konnte und was ihm anscheinend auch Freude bereitet – Er hat geangelt.

Culatra Algarve Portugal

 

Kaum ein paar Meter ins Dorf getan, ist uns dieser unglaubliche Duft in die Nase gekrochen, dem wir direkt gefolgt sind. Man muss es der Bäckerin schon lassen. Sie weiß genau, wann Touristen zu erwarten sind. Hat man nämlich einmal den Duft ihrer Jesuita in der Nase, kann man gar nicht anders, als ihm zu folgen. Für nur einen Euro hatten wir einen lecker süßen Snack in der Hand. Ich weiß nicht, womit die Teigtaschen gefüllt waren, aber das machte auch nichts.

Culatra Bäcker

Nun ging die Lauferei los. Ein Spaziergang durch den Ort, bis wir am Strand waren. Nur das der unglaublich lang war. Es war nämlich gerade Ebbe. Du kennst mich… Ich mag Laufen nicht besonders. Hier aber, habe ich sehr gerne ab und an einfach mal angehalten, weil der Ausblick einfach so schön war. Überall leuchteten Lila Blumen und es sah fast aus wie Lavendel. Tatsächlich ist es aber keiner. Die Pflanzen werden sonst vom Meer verschluckt.

 

Ab und zu sieht man noch kleine Rinsale, an denen sich das Meer noch nicht komplett zurückgezogen hat. Und auch hier sieht man sie wieder: Die vielen Meeresvögel.

Einen kurzen Augenblick nur, hatte ich den Geruch von Maggi in der Nase, denn dort scheint auch Liebstöckel wild zu wachsen. Gesehen habe ich es leider nicht, aber man sagte mir, dass man es hier sammeln kann.

Am Ende des Steges wartet dann der tatsächliche Strand auf einen. Normalerweise wohl ein schöner Badestrand, war an diesem Tag nicht daran zu denken. Der Wind war so stark, dass die Wellen richtig hoch waren und mit dem zugezogenen Himmel, hatte es etwas bedrohlich faszinierendes.

Wirklich weit konnten wir nicht schauen, aber irgendwie machte das nichts. Obwohl wir an diesem Tag nicht am Strand liegen oder spazieren konnten, hat mich diese kleine Insel gepackt. Auf den ersten Blick nicht unbedingt die größte Schönheit, bietet sie, für denjenigen der sich die Zeit nimmt, eine wunderschöne Natur und noch wunderbarere Gerüche.

Wenn Du also die Chance bekommst, dann besuche unbedingt diese Insel.

Noch mehr Tipps und Wissenswertes:

  • Wenn Du Kite Surfen liebst, dann solltest Du nach Fuseta. Dieser Ort ist vor allem dafür beliebt.
  • Montags gibt es keinen frischen Fisch, da die Fischer Sonntags ihren Ruhetag haben.
  • Solltest Du zum Vögel beobachten in den Nationalpark Ria Formosa fahren, dann empfehle ich Dir den Frühling oder Herbst. Dann ist die Saison für Ornithologen.
  • Im Dorf Cavacos kreieren Ebbe und Flut kleine, natürliche Pools hinter den Mauern der ansässigen Häuser. Bei Flut können sie also schwimmen gehen und bei Ebbe sammeln sie das frische Seafood ein. Praktisch.
  • Wenn Du eine große, alleinstehende, einsame Pinie in der Landschaft herumstehen siehst, dann schau noch ein zweites Mal hin. Es ist wahrscheinlich ein „verkleideter“ Sendemast. Eine clevere Methode um die ansonsten hässlichen Masten der Umgebung anzupassen.

Hast Du auch schon mal eine ähnliche Tour an der Algarve gemacht und hast vielleicht noch mehr Tipps? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen.

Ich wurde von Algarve Tourismus zu dieser Reise eingeladen. Trotzdem erzähle ich von meinen persönlichen Erfahrungen und der Artikel spiegelt meine Meinung wieder.

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Corinna

Corinna

Corinna ist, auf ihrer Neuseelandreise, vom Travelbug gebissen worden und sucht seitdem ständig nach neuen Reisezielen. Durch ihre Ausbildung zur Kosmetikerin und Wellness-Spa-Masseurin, kennt sie sich mit Auszeiten aus und ist ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, ihren, manchmal chaotischen, Kopf frei zu bekommen.

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